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Muskelkater

Eine unendliche Geschichte?

Was ist nun die Ursache von Muskelkater? Die einen sagen Milchsäure, andere wiederum kleinste Muskelfaserrisse. Es antwortet Dr. Willi Heepe, langjähriger Medical-Director des BERLIN-MARATHON und Mitglied des „Teams Sportmedizin" von German Road Races.

Nahm man früher an, dass bei der Muskelarbeit anfallende Milchsäure am Muskelkater schuld sei, so ist diese These heute kaum noch vertreten. Vor allem deshalb, weil die anfallende Milchsäure bereits wenige Minuten nach dem Sport abgebaut ist; der Muskelkater aber erst Stunden nach dem Sport auftritt.

Wir gehen heute von der Hypothese der Micro-Verletzungen von Muskelfasern aus, die unter intensiven Belastung, wie es nun einmal ein Training mit sich bringt, auftreten. Dafür spricht auch, dass der Muskelkater intensiver und häufiger bei Untrainierten und Ungeübten auftritt als bei Trainierten. Jedoch hundertprozentig plausibel ist diese Aussage auch nicht. Mit Sicherheit werden neue Erkenntnisse im Bereiche der Forschung um die freien Radikale in den nächsten Jahren unseren Horizont in dieser Hinsicht maßgeblich erweitern.

Wichtig ist, dass der Kontraktionsablauf in der Muskulatur eine große Rolle spielt. Das bedeutet, dass lineare Kontraktionen weniger Muskelkater verursachen als exzentrische Belastungen, wie z. B. beim Bergabgehen oder ähnlichen Belastungen.
Therapeutisch versagen Massagen, Dehnungsübungen und Ähnliches völlig. Ein guter Trainingszustand minimiert das Risiko von Muskelkater. Wärmebehandlungen bis hin zur Sauna lindern die Schmerzen, verkürzen das Abklingen aber nur unwesentlich. Alkoholische Einreibungen mit oder ohne Essenzen tun gut, sind aber umstritten in ihrer Effektivität.

In wirksamen Antioxidantien (auch als Oxidationshemmer bzeichnet, werden in Lebensmitteln, in Arzneimitteln und in Kunststoffen eingesetzt, um die Oxidation empfindlicher Moleküle zu verhindern) könnte die Zukunft liegen. Seriöseres lässt aber  noch auf sich warten. Hoffnung macht eine Studie, welche mit Kirschsaft durchgeführt wurde, die eindeutig aufzeigte, dass diese antioxidantienreiche Substanz Muskelkaterbeschwerden lindern konnte.
Für uns aus der Läuferzunft bleibt erst einmal die Tatsache: Wer gut trainiert weist den Muskelkater am ehesten in seine Schranken.

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Text: Dr. Willi Heepe
Foto: LAUFZEIT