LAUFZEIT 11/2011
Brettern kommt von Brettern
Alternatives Lauftraining in der LoipeDer erste Frost im Flachland kam dieses Jahr schon vor Mitte Oktober, der erste Schnee überzuckerte da bereits die Mittelgebirge. Diese Verheißung macht Lust, bei stabiler Schneelage in den Skilanglauf einzusteigen. Viele Läufer und auch andere Ausdauersportler ergänzen ihr Wintertraining mit Erfolg durch Skilanglauf. Sie gewinnen dabei Bewegungserlebnisse und Bewegungsempfindungen, die Läufern normalerweise fremd bleiben: Der Genuss des Gleitens, der harmonische Einsatz des ganzen Körpers sowie der mentale Genuss, den ein unbeschwerter Lauf durch die verschneite Landschaft bietet.
Das gilt sowohl für die klassische wie auch für die Skating-Technik. Skiwandern kann eigentlich jeder, hierfür ist nur wenig technisches Talent nötig. Sobald die Grundtechniken des Bremsens beherrscht werden, kann es losgehen. Läufern ist das Skaten besonders zu empfehlen, lässt sich die dynamische Schlittschuhschritt-Technik doch relativ leicht und schnell erlernen.
Außerdem gibt es bei den Skating-Ski deutlich weniger Wachsprobleme als bei klassischen, mit Haftwachs präparierten Ski. Bei Klassik-Ski erfordert das Wachsen schon einige Erfahrung, bei Temperaturen um 0 °C wird es geradezu zum Kunststück. Die Wachsprobleme vermeidet der Klassik-Läufer allerdings, wenn er Ski mit einer Schuppenzone als Abstoßhilfe benutzt, sie benötigen nur Gleitwachs. Der Nachteil dieser Ski: sie gleiten deutlich schlechter.
Erst mal testen
Wer sich Langlaufausrüstung anschaffen will, braucht auf jeden Fall gute Beratung im Sportgeschäft, schon um Ski (besonders bei Klassik-Ski wichtig) mit der richtigen Spannung für sein Körpergewicht zu erhalten. Ski, die nicht zum Gewicht passen sind entweder zu steif - dann erzielt man keinen Abstoß - oder zu nachgiebig - dann gleiten sie nicht, da die rauhe oder klebrige Abstoßzone beim Gleiten aufliegt. Es ist zu empfehlen, sich die Ausrüstung erst einmal zu leihen. So kann klassisches Laufen, Skaten oder Skiwandern ausprobiert werden. Zudem bedarf es für Klassik und Skaten ganz unterschiedliche Ski, Schuhe und auch Stöcke. Die Systementscheidung sollte schon mit Vorwissen erfolgen.
Skilanglauf in allen Varianten ist ein ausgezeichnetes Koordinations- und Kraftausdauertraining, das fast alle großen Muskelgruppen einbezieht und beansprucht. Zu letzterem finden sich weiter unten auch spezielle Trainingsaufgaben.
Gleich das Richtige lernen
Analog zum bekannten Mantra aller Immobilienmakler "Lage" gilt für das effektive Langlauflernen etwas abgewandelt: Gelände, Gelände, Gelände. Nur wenn das Gelände anfänglich wenig Neigung hat und die Loipe bzw. die Skatingspur gut präpariert sind, geht auch das Lernen zügig voran, kann man sich ganz auf Abstoß und Gleiten konzentrieren, weniger auf das technisch schwierige Bremsen. Allerdings gehört das Bremsen auf jeden Fall zum Grundrepertoire. Bevor man sich vom Übungsrevier ins Gelände begibt, müssen Pflug und einseitiger Pflug sicher beherrscht werden.
Basis für die Skating-Techniken ist der Schlittschuhschritt - technisch grundsätzlich nicht anders als beim Schlittschuhlaufen. Nur sind die Kufen beim Skilanglauf deutlich länger.
Text: Hubert Fehr
Foto: Pixelio/Rainer Sturm
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