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LAUFZEIT 10/2011

Sanft, hinterhältig und bösartig

Wenn der Körper reagiert, hat der Bluthochdruck schon ganze Arbeit geleistet. Auch Sportler sind vor der Krankheit nicht sicher

Das Thema "arterielle Hypertonie" - oder ganz profan gesagt Bluthochdruck - bleibt in der Medizin spannend und muss auch im Sport und hier ganz besonders in der Lauf-bewegung sorgfältig diskutiert und ernst genommen werden. Im Laufe des Lebens ist annähernd jeder vierte Deutsche von dieser Krankheit betroffen. Ihr besonderes Kennzeichen: Sie verursacht normalerweise keine Schmerzen. Nur selten leiden die Betroffenen unter Kopfschmerzen mit leichtem Spannungsgefühl. Im Prinzip fühlt sich der Hochdruckler wohl und leistungsfähig. Bekommt er Medikamente verordnet fühlt er/sie sich häufig müde und abgeschlagen mit einem Füllhorn von Nebenwirkungen. Daher ist es kein Wunder, dass die Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patient – im Fachterminus mit "Compliance" bezeichnet – allzu oft miserabel ist. In der Tat gilt die so genannte Viererregel: Jeder vierte Deutsche erkrankt an Bluthochdruck, davon wird nur jeder vierte behandelt, letztlich wird von dieser Klientel nur jeder vierte nach Leitlinien und damit optimal behandelt.

Nur für einen geringen Prozentsatz der Erkrankten lässt sich eine Ursache ermitteln. Bei etwas über 90 Prozent ist sofort keine Ursache auszumachen. Wir bezeichnen die-sen Bluthochdruck als essenziell oder auch familiär. Selbstverständlich muss bei jedem Patienten nach einer Ursache geforscht werden. So können Erkrankungen der Nieren, der Schilddrüse, des Herzens und auch Hormon-Störungen für das Auftreten von Bluthochdruck verantwortlich sein. In vielen Fällen ist jedoch das eigene Verhalten ursächlich. Die Klassiker sind schnell aufgezählt: Übergewicht, Bewegungsmangel, Tabakrauchen, Dauerstress und letztlich auch extremer Alkoholgenuss.

Wenn Blutgefäße nicht mitwachsen

Aber auch der Sportler muss unter Umständen seine eigene familiäre Veranlagung zur Kenntnis nehmen, so sie denn gegeben ist. Daran führt kein Weg vorbei. Die klassischen gesundheitlichen Schäden treten entweder langsam und schleichend auf oder abrupt in Form eines Schlaganfalls oder eines Herzinfarktes. Insgesamt führt Bluthochdruck zu Beschädigungen aller Blutgefäße, zu Schädigungen der Nieren, des Herzens, der Nerven und letztlich ganz besonders des Gehirns ...

Text: Dr. Willi Heepe.

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