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Laufzeit - Artikel 02/2010

Kürzer ist im Trend

Online-Umfrage auf laufzeit.de bestätigt Vielfalt der Lauf-Motive. - „ Wie ticken Europas Läufer?“ titelte LAUFZEIT in ihrer Ausgabe 12/2009 auf der Grundlage einer umfangreichen Online-Studie von Asics. Wie sehen das die LAUFZEIT-Leser selbst? Wo ordnen sie sich und andere ein? Wie viele Trainingskilometer absolvieren sie und an welchen Wettkämpfen nehmen sie teil? Über mehrere Wochen hinweg gaben in einer Online-Umfrage auf www.laufzeit.de mehr als eintausend Läuferinnen und Läufer ihre Antworten ab.

Mit 30 Prozent Antworten von Sportlerinnen repräsentierte die Umfrage in etwa den tendenziellen Frauenanteil an Laufveranstaltungen bis zur Halbmarathondistanz. Beim Marathonläufen sind es meist kaum über 20 Prozent. Das Ergebnis bestätigte einmal mehr die hohe Bandbreite der Motive für das Laufen in der Freizeit.

Zwar überwog die Anzahl der „Genuss-“, „Hobby-“ und Freizeitläufer mit ca. zwei Dritteln der Befragten, aber selbst darunter sahen sich viele zugleich auch ziel- und leistungsorientiert. Nur 34 Prozent wollten sich zu nur einer der fünf angebotenen Kategorien zugeordnet wissen. Die meisten nahmen zwei (64 Prozent) oder drei (70 Prozent) der genannten für sich in Anspruch. Ein Fünftel sah sich gar in vier Kategorien vertreten. Vielseitigkeit heißt für viele eben, auch mal „nur so“ zum Spaß zu joggen und zu anderen Zeiten auch zielorientiert zu trainieren.

Von „Entfrustungsläufer“ über „Alters-“, „Gesundheits-“, „Freizeit-“ und „Fitnessläufer“ bis hin zu „sportliche Naturfreundin“, „Lebensläufer“ und „leistungsorientierte Rennmaus“ reichten die selbst gewählten Bezeichnungen für die eigene sportliche Ambition. Bei aller Vielfalt wiederspiegelte die Hälfte der Namensgebungen die Verbindung des Freizeitsports mit dem Leistungsgedanken.

Nur ganze 9,7 Prozent sahen sich in ersten Linie und ausschließlich als leistungsorientierte Läuferinnen und Läufer. Für sie hätte wohl noch eine weitere Kategorie für die durchschnittlichen Trainingskilometer je Woche abgefragt werden müssen. Sie „versteckten“ sich in den 36 Prozent der Befragten, die 50 km und mehr in der Woche auf der Laufpiste absolvieren.

Die Masse (56,3 Prozent) schafft im Durchschnitt zwischen 20 und 50 km je Woche. Nur 7,3 Prozent sahen sich mit bescheidenen 10–20 Wochenkilometern dennoch als Freizeitläufer: Bei ihnen stand der Fitness- und Gesundheitsaspekt fern jedes Leitungsgedankens im Vordergrund. Sie gehören zu den 38 Prozent, die 20 Minuten Dauer als Untergrenze des Lauftrainings akzeptierten, um sich als Läuferin oder Läufer bezeichnen zu können, während die restlichen diesbezüglich 45 Minuten als das Mindeste ansehen.

Ebenso votieren gut 70 Prozent dafür, dass drei Wochentrainings als Untergrenze dafür anzusehen sind. Dem Rest reicht einmal pro Woche. Letztere Tatsache widerspiegelt auch bei der LAUFZEIT-Recherche die großzügige Interpretation eines Freizeitläufers, wie sie in repräsentativen Umfragen in zurückliegenden Jahren immer wieder zum Ausdruck kam.

Diesmal sahen es nicht die Meinungsforscher, sondern die Akteure selbst ganz locker: Wer einmal pro Woche 10–20 km läuft, der zählt sich dazu. Damit ist die Einstiegshürde großzügig klein. Immerhin haben wir nicht einmal pro Monat abgefragt, wie andere Erhebungen. Die dann freilich auf viele Millionen Akteure kommen... Es bleibt am Ende die Tatsache erkennbar, dass bei nicht wenigen kleine Trainingsumfänge großen Zielen gegenüberstehen. Kürzer liegt im Trend – wohl auch deshalb.

Grafik: LZ