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30. Flora Warschau Marathon

Platz da für den Jubilar

Die Herbstsonne meinte es gut mit dem Geburtstagskind: mit 3.300 „Gratulanten" Teilnehmerrekord und zwei Streckenrekorde am Ende der „Party" - das war der 30. Flora Warschau Marathon.

Allerdings viel mehr Teilnehmer dürfte die derzeitige Organisation auch nicht hergeben. Man bräuchte sofort einen größeren Ort für die Marathonmesse, einen größeren Zielbereich und, und, und ... In dem kleinen Feld der verpflichteten Eliten liefen Kenianer, Äthiopier, Tansanier, Russen und Ukrainer. Konnte die bunte Mischung auch „Aufmischen"?!

Zweimal durch die Altstadt
Zwei Runden durch die wunderschön restaurierte und UNESCO-geschützte Altstadt wärmten das Läuferherz oder besser dessen Auge, bevor es über die schier endlos lange Danziger Brücke ging, dann entlang des rechten Ufers der Weichsel wieder nach Süden. Über die Heilige-Kreuz-Brücke wurde bei Kilometer 20 wieder über den Fluss gewechselt, um mit einer großen Schleife in den Süden von Polens Hauptstadt die Marathondistanz komplett zu machen.
Über tausend Kinder aus ganz Polen sorgten an den Verpflegungsstellen für kühlendes Nass aller Art. In einem landesweiten Wettbewerb hatte sich dreißig Schulen per Präsentation um diese Art der Marathonteilnahme beworben. Die ausgezeichneten Arbeiten repräsentierten jeweils eines der 30 Jahre Warschau-Marathon und zierten die Haupthalle der Warschauer Bibliothek, zugleich Standort der Marathonmesse.

Zwei Zeit-Geschenke
In der Stadt herrschte ausgelassene Laufstimmung. Viele Touristen feuerten vor allem in der Altstadt den bunten Pulk an, Trommler, Musikgruppen, Chöre und Cheerleader taten das Ihre.
Unter den Gratulanten zum „Dreißigsten" war auch Dave Bedford, Chef des Flora London Marathons, während des Rennens in ständigem Handy-Kontakt mit Berlin. „Was macht Haile?", stand als unsichtbare Frage über dem Geschehen. Natürlich waren die beiden Berliner Topresultate sofort beim Sprecher in Warschau, und, als gäbe es eine Duplizität der Ereignisse, siegte Hailes äthiopischer Landsmann Alemayehu Shumye in 2:11,50 Stunden - neuer Streckenrekord. Und das gleich noch einmal, als die Polin Malgorzata Sobanska einlief, mit 2:31,20 Stunden, gefolgt von zwei Äthiopierinnen. Polens derzeitiger Laufstar unter den Herren, Pawel Ochal, fiel ab Kilometer 28 ab und erreichte enttäuscht den undankbaren vierten Platz (2:14,29 h).
Einen bemerkenswerten Erfolg feierte auch die Ekiden-Staffel am Vortag. Mehr als 200 sechsköpfige Mannschaften bewältigten die Marathondistanz - so viele wie noch nie.
Marathondirektor Marek Tronina war überaus zufrieden mit diesem Wochenende und kann wohl ganz gelassen für 2009 planen.


Nächster Termin: 27. September 2009

Den gesamten Artikel finden Sie komplett in LAUFZEIT 11/2008.
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Text und Foto: Matthias Thiel/LZ
Ergebnisse: www.maratonwarszawski.com