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Kuriose Veranstaltungen

Der/die/das größte, kleinste, schönste... mit Superlativen kann man nicht vorsichtig genug umgehen. Die Größe ist noch mit Zahlen zu belegen, beim kleinsten geht der Streit um die Kriterien schon los, und um die Schönheit gibt‘s seit der Antike Mord und Totschlag.

Der höchste Lauf in Deutschland ist zweifellos der Zugspitz-Extremberglauf, der in 996 m Höhe im österreichischen Ehrwald beginnt und nach 16,1 km in 2.944 m endet. Viel höher ist Deutschland nun mal nicht, und vom „knocking on Heaven‘s door“ (Klopfen an die Himmelstür) kam weltweit bisher erst eine Rückmeldung, aber das war auch kein Lauf. Der Preis für den Gipfellauf beträgt 60 Euro und verharrt auch dann auf diesem Gipfel, wenn abwärts auf die Seilbahn verzichtet wird. Wer alle Marathons des britischen Weltreichs laufen will, braucht ja jetzt nicht mehr nach Hongkong zu fliegen, aber zum südlichsten AIMS-Marathon auf den Falkland-Inseln ist die Anreise weitaus beschwerlicher. Mit denen des deutschen Weltreichs – ja(!), damals war es eins, als Helgoland gegen Sansibar eingetauscht wurde – tun wir uns heute leichter. Wie packt man einen Marathon auf eine 1 km „große“ Insel, fragten sich viele amüsiert und meldeten sich 1998 spontan für die Premiere an. Die Ernüchterung kam, als sie gleich nach Neujahr eine Unterkunft suchten, da war fast alles schon ausgebucht, „an dem Wochenende ist nämlich unser Marathon, wissen Sie...“. Es sind vier Runden mit Anstieg vom Unter- zum Oberland und einem steilen Gefälle durch einen Tunnel zum Mittelland, von da im Freien 2–3 km weiter abwärts zur Mole im Unterland. Auf der wird beim Hin- und Rückweg die Konkurrenz nicht kontrolliert, sondern gegrüßt. Umgehende Siegesmeldungen nach dem Festland werden dadurch erschwert, dass die gesamte Insel keine Handy-Verbindung hat! Autos und Radfahrer gibt es in diesem Paradies auch nicht, und bei der Anreise ohne technische Hilfsmittel sind kreuzende Heringsschwärme und Ölteppiche die einzigen Verpflegungsstationen.

Wetten, dass ...
Einer Wette verdankt ein Marathonlauf seine Existenz, als der Bürgermeister des Ortes Drebber 1999 über die Kondition seiner 14-köpfigen Fußballmannschaft wetterte: „Ich lauf doch einen Marathon schneller als ihr alle miteinander!“ Nämlich als Staffel mit beliebigen Wechseln; zu diesem Zeitpunkt war in Drebber der ChampionChip zu Hause. Auf einem Kneipenzettel wurde die Wette festgehalten, „Der Verlierer zahlt die Party“, stand darunter, und „das ist ein amtliches Dokument“. So entstand der Drebber-Marathon auf einem verwinkelten 2,34-km-Kurs durch den Ort, in dem das grillende und zapfende Publikum unterwegs vor den Einzelhäusern auch den Läufern schon Bier anbot. Anschließend strömten sie zur gemeinsamen Feier ins Festzelt, wo Bürgermeister „Lübbi“ als Verlierer die Party bezahlte. Auch im nächsten Jahr; „die trainieren jetzt alle“. Erst im 3. Jahr war sein Sieg fällig, da hatte wahrscheinlich bei den Fußballern der Wir-gewinnen-ja-sowieso-Effekt eingesetzt, und den kennen wir ja.


Den gesamten Artikel finden Sie komplett in LAUFZEIT 5/2008.

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Quelle: Journal LAUFZEIT 5/2008.
Text: Jürgen Roscher/LZ.
Foto: LZ/Weising