Auslandsläufe
Krank in der Ferne
Mal fremdlaufen, sich unter anderen klimatischen Bedingungen testen, andere Kontinente, andere Länder sportlich erkunden, andere Kulturen kennen lernen - wir vom Läufervolk hatten schon immer die Unruhe der alten Entdecker in uns. Und bei diesem oder jener auch deren Unbedarftheit, wenn es um gesundheitliche Vorsorge und Sicherheit geht.
Mir wird schon nichts passieren - diese Hoffnung teilen wir mit Millionen von Bundesbürgern, doch für manchen platzt die Hoffnung - krank in der Ferne. Mir wird schon nichts passieren - diese Hoffnung teilen wir mit Millionen von Bundesbürgern, die jährlich die heimatlichen Gefilde verlassen. Doch für manchen platzt die Hoffnung jäh: krank in der Ferne. Erkältungen inklusive Sommergrippe und Fieber sowie Magen-Darm-Probleme sind die häufigsten Erkrankungen neben dem Sonnenbrand. Sind diese schon unangenehm, so können andere Krankheiten lebensgefährliche Züge annehmen. Manche Krankheitserreger machen sich erst nach Wochen und Monaten bemerkbar. Gründliche Information, ärztlich Beratung, entsprechende Vorbeugung und ein angemessenes Handeln im Zielland können die Gefährdungen deutlich senken. Damit Sie gesund zurückkommen, egal, wohin Sie reisen.Dazu sprach LAUFZEIT mit Dr. med. Christian Schönfeld, Leiter der Reisemedizinischen Ambulanz des Berliner Instituts für Tropenmedizin und Autor der Broschüre "Reisefieber", die von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) herausgegeben wird.
Da gibt es einen Marathon, exotisch und Flugstunden weit weg von zu Hause - den will ich laufen. Also Klamotten gepackt, Pflaster, Kopfschmerztabletten und Pillen gegen Durchfall in den Kulturbeutel, Reisepass gegriffen und los geht's ...
Reisen Sie wirklich so?
Was spricht dagegen?
Ein ganze Menge. Ihre Gesundheit und die Gesundheit all derer, mit denen Sie während und nach ihrer Reise in Kontakt treten, sind viel zu wertvoll, als dass Sie leichtfertig damit umgehen. Mal abgesehen davon, dass unzureichender medizinischer Schutz, aber auch falsches hygienisches Verhalten oder sorgloser Umgang mit Nahrungsmitteln Ihnen Ihren Start beim exotischen Marathon gründlich vermiesen kann. Wenn Sie das unbedingt wollen ...
Also gut, was sollte ich vor meiner Reise erledigen?
Bringen Sie vor Ihrer Reise Ihre ärztlichen und zahnärztlichen Behandlungen zum Abschluss. Es kann für Sie sehr unangenehm werden, wenn in der Ferne gesundheitliche Probleme, die Sie mitgeschleppt haben, zum Ausbruch kommen. Sechs bis acht Wochen vorher sollten Sie den Hausarzt aufsuchen und den Impfstatus überprüfen lassen. Zu diesem Zeitpunkt sind alle Impfungen noch möglich.
Und wenn ich mich - wie heißt das neudeutsch so schön - "last minute" auf den Weg mache?
Einige Impfungen müssen mehrfach verabreicht und im Abstand von einer oder mehreren Wochen vorgenommen werden. Lassen Sie sich also lieber heute als morgen impfen, wenn Sie ein Fan von Last-Minute-Reisen sind. Zwar sind einige Wirkstoffkombinationen auch relativ kurzfristig verabreichbar, aber eben nicht alle. Übrigens, einen Tipp für Sie, da Sie auf Blitzreisen stehen, aber er gilt auch für alle anderen Reisenden: Sollten Sie Medikamente benötigen, sprechen Sie bitte vorher mit Ihrem Arzt. Im Ausland sind manche Medikamente nicht zugelassen oder bekannt. Eine ärztliche Bescheinigung in englischer Sprache, die bestätigt, dass Ihre Medikamente verordnet sind, ist da sehr hilfreich. Das ist besonders wichtig, wenn Sie - zum Beispiel als Zuckerkranker - Spritzen mitnehmen müssen, damit Zoll oder Polizei Sie nicht für einen Drogenabhängigen halten.
Welche Impfungen sollte ich auf jeden Fall haben?
Auf dem ausreichenden Level sollten Sie bei Tetanus, Diphtherie, Kinderlähmung und Keuchhusten sein. Ganz wichtig für die Länder Afrikas, Asiens und Lateinamerikas. Alle zehn Jahre sollten Sie sich da eine Auffrischung abgeholt haben. Bei chronischer Erkrankung, zum Beispiel Allergien oder Bluthochdruck, sollten Sie auch an eine Grippeschutzimpfung denken, um das Immunsystem zu unterstützen. Die "Grippe-Saison" auf der südlichen Halbkugel erstreckt sich von Mai bis Oktober. Gerade für Läuferinnen und Läufer, die sich auch in Deutschland viel in freier Natur bewegen, sehr nützlich - die Impfung gegen die Frühsommer-Hirnhautentzündung, die von Zecken übertragen wird. Für Menschen ab sechzig empfiehlt sich auch noch eine Impfung gegen Lungenentzündung ...
Den gesamten Artikel finden Sie komplett in LAUFZEIT 4/2008.
Am einfachsten im Online-Abo - Zeitung lesen ohne Papier, erhältlich hier bei davengo .
Quelle: Journal LAUFZEIT 4/2008.
Text: Ulf Ringer/LZ.
Foto: LZ/Weising
Weitere Informationen unter: www.laufzeit.de
- Irina Mikitenko: Halbmarathon-Streckenrekord
- Haile Gebrselassie: Siegreich beim Halbmarathon in Lissabon
- Deutsche Crossmeisterschaften: Crossmeister von Ohrdruf 2008
- Vienna City Marathon: Vorjahressiegerin erneut am Start
- Halbmarathon in Ras Al Khaimah: Bestdotierter Halbmarathon der Welt






