Training
Unterwegs, wo keine Wege sind
Auf der OutDoor 2007, der Fachmesse für sportliche Utensilien jenseits des Hallensports in Friedrichshafen, wurde es als neuer „Renner“ deklariert: das Trailrunning. Dabei ist weniger der Lauf auf Wald- und Feldwegen gemeint, es soll über Stock und Stein quer durchs Gelände gehen.
Vorgeschriebene Wege gibt es nicht, Beschränkungen durch Jahreszeiten ebenso wenig. Erlaubt sei, so die Veranstalter, was Spaß macht, was die körperliche Fitness hergibt und – das sei dazugesetzt – der Naturschutz zulässt. Umgefallene Bäume, Felsen und Bäche gelten nicht als ungeliebte Hindernisse, sondern als spannende Herausforderung. Ständig wechselndes Tempo, Steigungen und Gefälle stellen deutlich andere Anforderungen an die Belastbarkeit. Athletik und Koordination werden so geschult. Die Lauftechnik verändert sich hin zu kleinen, aktiveren Schritten, die den Fan des Querfeldeins zu einer gesundheitsverträglichen Laufbewegung verhelfen.
So weit, so gut. Doch für derartige Herausforderungen sind herkömmliche Straßenlaufschuhe wenig geeignet. Wie müsste also ein perfekter Schuh für diese Art sportlicher Herausforderung beschaffen sein?
Pfützen, Spritzwasser, feuchtes Gras – für so manchen Freiluft-Fan ein Gräuel, doch bei einem Lauf im Gelände ohne Weg und Steg durchaus nicht ungewöhnlich. Eine wasserabweisenden Beschichtung der Oberflächenmaterialien oder Membranen, die den Fuß vor eindringendem Wasser schützen, sind daher unablässig. Äste, Steine und Kanten dürfen diesem Material nichts anhaben, es sollte geschmeidig sein und zugleich den Luftaustausch gewährleisten. Weitaus mehr als beim Straßenlaufschuh muss die Zwischensohle ein Gefühl für den Untergrund vermitteln. Die doch recht massiven Stützsysteme, die in Straßenschuhen zum Einsatz kommen, können in Trailrunning-Schuhen deutlich reduziert werden. Das gestaltet die Zwischensohle weitaus flacher, der Fuß sitzt tiefer und der Bodenkontakt ist intensiver. So wird auch die Gefahr des Umknickens bereits durch die Konstruktion verringert. Das Hauptaugenmerk der Zwischensohlenkonstruktion liegt darauf, den Durchtritt von spitzen Steinen und Ästen zu verhindern. Die Außensohle ist deutlicher als bei Straßenlaufschuhen profiliert, gegebenenfalls ist sie auch mit Spikes versehen, um allen Weggegebenheiten gerecht zu werden. Griffigkeit, seiltiche Traktion sowie Rutschfestigkeit geben hier den Ausschlag.
Das wären einige Merkmale, die einen puren Trailrunning-Schuh auszeichnen. Für den Asphalt wäre der wohl eher ungeeignet. Da aber viele Freizeitläufer sich den Luxus eines speziellen Trailrunning-Schuhs nicht leisten und die meisten von ihnen nicht wirklich abseits von Waldwegen und Schotterpisten durchs Gelände düsen, ist die Industrie seit einigen Jahren auf dem Kompromiss-Tripp. Die meisten Trail-Schuhe sind Allrounder. Weiche, aber wetterfeste Obermaterialien, Zwischenlösungen zwischen reiner Straßen- und purer Trailrunning-Dämpfung, hochwertige Membrane und für beide Verwendungszwecke abgestimmte Stollenprofile sollen ihren Einsatz sowohl – und vorrangig – im Gelände als auch – gegebenenfalls – auf der Straße ermöglichen. Dabei wird eine leichte Erhöhung des Gesamtgewichts in Kauf genommen. Vom Tragekomfort her sind die vorgestellten Trail-Schuhe mit reinen Straßenlaufschuhen zu vergleichen.
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