E.ON Mitte Kassel Marathon
So macht eine Premiere Spaß
„Wer wagt, der gewinnt”, ist man geneigt zu sagen, wenn etwas gut geklappt hat. Es klingt aber immer ein wenig so, als hätte der Zufall nachgeholfen. Und das war zur Premiere des ersten E.ON Mitte Kassel Marathon überhaupt nicht der Fall.
Sozusagen von langer Hand hat das Orga-Team um Winfried Aufenanger diesen Marathonauftakt in Hessens Norden geplant und dabei auch gleich in einem gelungenem Mix die verschiedensten Ausdauer-Interessen bedient: Inline-Skater bekamen einen sicheren Kurs durch die Stadt. Der Mini-Marathon und die acht Kilometer Nordic Walking am Samstag zogen hunderte Aktive und mindestens ebenso viele Eltern bzw. Partner in ihren Bann. Und der Marathon selbst mit Halbmarathon sorgte in der Summe aller Teilnehmer für über 6.000 Meldungen im Kasseler Marathonbüro. Hut ab! Kassel ist einerseits eine grüne Stadt, vor allem dank der Karls- und der Fuldaaue, durch die ein gut Teil der Laufstrecken führte. Aber die größte Stadt Nordhessens bietet auch ansprechende Hügel. Das bekamen nicht nur die Spitzenathleten deutlich zu spüren. Die Steigungen forderten ihren Tribut, und die schnell zunehmende Hitze auf bis zu 30 Grad setze allen Aktiven ordentlich zu. So registrierten die Zielcomputer mit den Kenianern Francis Kiprop in 2:16:50 und Beatrice Omwanza in 2:42:21 Stunden keine Marathon-Topzeiten sondern die gewohnte Kulisse afrikanischer Läufer an der Spitze. Die beiden ersten Plätze der Hessischen Landesmeister wurden mit 2:36:07 Stunden an Hakim Ouahioune von der SF Blau-Gelb Marburg und an Christiane Wilken von der LG Stadt Hattersheim in 3:07:36 Stunden vergeben.
Für die Breitensportler sorgten rund 70.000 Kasselaner an der Strecke für einen bunten Mix aus Beifall, Musik und Cheerleading. Ganze Familien hatten sich mit ihrer Campingausrüstung am Straßenrand postiert, um Beifall (und machmal sogar Getränke) zu spenden. Selbst eingesessene Städter waren von der Begeisterung überrascht. Winfried Aufenanger konnte auf der Sieger-Pressekonferenz in zufriedene Gesichter blicken. Vom Hauptsponsor E.ON Mitte, Oberbürgermeister Bertram Hilgen – selbst in der Marathonstaffel gestartet –, über Polizei und Rotes Kreuz war eine recht reibungslose Organisation gelungen. Die Rettungskette kam mit den Hitzebetroffenen gut zurecht; ernsthafte Blessuren gab es nicht. Ebenso zuverlässig arbeiteten die vielen Freiwilligen am Straßenrand, um vor allem Getränke, Wasser und Schwämme bereitzuhalten. Von vielen Läufern im Ziel war Lob zu hören, dass man da nicht anstehen und warten musste. Da darf man auf die zweite Auflage gespannt sein. Wunschtermin der Organisatoren ist das Wochenende 7./8. Juni 2008.
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