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Košice-Marathon

Das Boston des Ostens

Im Stundenrhythmus setzten die ČSA-Flugzeuge, von Prag kommend, in Košice auf. Hier wird einer der berühmtesten Marathons Europas organisiert. Ein „Oldie“ – mit Ausnahme der Jahre 1938 und 1940 fand und findet dieser seit 1924 seine Fortsetzung.

1952 wurde ihm der Beiname Friedens-Marathon gegeben. In der Stadt Košice mischten sich seit Jahrunderten die Kulturen der Ungarn, Slowaken, der Deutschen, Russen und Tschechen und kreuzten sich europäische Handelswege. Hier, beinahe auch am geografischen Zentrum Europas, schlug und schlägt der globale Puls. Kein Wunder, dass die hier ansässige Marathonveranstaltung sich europa- und weltweit etablierte.

Viele Jahrzehnte schon gaben sich in Košice die Weltbesten der Marathon-szene ein Stelldichein. Die schnelle Strecke und die hervorragende Betreuung der Teilnehmer sprachen sich herum. Da nahm man auch auf dem zweiten Teil der Pendelstrecke die oft anhebende, starke Herbstbriese in Kauf. Lange bevor die großen Stadtmarathons von heute mit viel Geld die internationale Elite anlockten, gehörte der Klassiker von Košice zu den höheren Weihen in der Marathonszene. Er entwickelte sich zum „Boston des Ostens“, hier traf sich die Weltklasse. Zahlreiche Olympiasieger kamen und liefen hier: Juan Carlos Zabala (Argentinien/Olympiasieger 1932), Jack Holden (Großbritannien/Brüssel 1950), Abebe Bikila (Äthiopien/Rom 1960/Tokio 1964), Mamo Wolde (Äthiopien/Mexiko City 1968), Mikko Hietanen (Finland/Oslo 1946). Nicht zu vergessen Waldemar Cierpinski, der den ersten und den letzten Marathon seiner Leistungssport-Karriere hier absolvierte. 1974 debütierte er hier bei einer von Wind und Regen schwer heimgesuchten Ausgabe. Sein überraschender dritter Platz in 2:20:28 h – und das in einem hochkarätig besetzten Elitefeld – war der ausschlaggebende Impuls für seine spätere Laufbahn auf der klassischen Distanz. 1985 gab er an gleicher Stelle als zweifacher Olympiasieger seinen Abschied. Noch lange vor der deutschen Wiedervereinigung standen in Košice 1981 zwei Deutsche auf dem Siegerpodest: die Wuppertalerin Christa Vahlensieck (2:37:36) und der Magdeburger Hans-Joachim Truppel (2:16:58). Mit ihren nachfolgenden Siegen 1984, 1986, 1987 und 1988 ist Christa Valensieck bis heute ungeschlagene Königin in der Siegerchronik.

Deutsche Läuferinnen und Läufer haben seit den Anfängen des Laufes an dessen Geschichte mitgeschrieben und standen mehrmals auf dem Siegerpodest, allein zehnmal auf dem obersten Treppchen. Bereits in den Jahren 1926 und 1929 gewann Hans Hempel vom Sportclub Charlottenburg aus Berlin. Somit hat der Veranstalter eines der weltgrößten Marathonläufe heute auch einen der ältesten deutschen Laufpioniere des langen Kantens in seiner Chronik aufzuweisen.

Den kompletten Artikel lesen Sie in: LAUFZEIT 12/2006, ab Seite 34. Am einfachsten im Online-Abo - Zeitung lesen ohne Papier, erhältlich hier bei davengo.

Text und Foto: Christel Schemel