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33. real,- BERLIN-MARATHON

Afrikas Lächeln eroberte  die Hauptstadt

Etwas für Hitzebeständige: Viel Sonne und Wind beim 33 real,- BERLIN-MARATHON - 30.118 Läufer erreichten beim 33. Berlin-Marathon das Ziel wenige hundert Meter hinter dem Brandenburger Tor. Einer von ihnen stand im Mittelpunkt und eroberte die Herzen der Aktiven und der Zuschauer.

Haile Gebrselassie. Der Superstar aus Äthiopien siegte am heißesten, je gemessenen 24. September und im Kampf mit dem Gegenwind in der Weltjahresbestzeit von 2:05:56 Stunden mit nahezu fünf Minuten Vorsprung. Noch nie hatte ein Sieger des Berlin-Marathons eine ähnlich große Lücke zwischen sich und dem Zweitplatzierten herauslaufen können. Doch das Ziel des Überfliegers aus dem afrikanischen Hochland war ein anderes gewesen: Weltrekord! Mit seinem lockeren und leichten Laufstil lag Haile bei Kilometer 35 noch 28 Sekunden unter dem Tempo, das Paul Tergat bei seinem bis heute aktuellen Weltrekord von 2:04:55 h 2003 – ebenfalls auf der Berliner Strecke – gelaufen war. Lange Zeit hatte es unterwegs danach ausgesehen, als könnte das Vorhaben Weltrekord gelingen. Doch auf den letzten sieben Kilometern hatte Haile  deutlich schlechtere Karten als Paul Tergat bei seinem Weltrekordlauf. Zum einen lief er im letzten Marathonviertel ganz allein vornweg, der letzte Tempomacher hatte bereits bei km 30 die Segel gestrichen. Zum anderen wehte ihm jetzt ein gehöriger Südostwind entgegen. „Durch den Wind wurde es sehr hart“, erklärte Haile hinterher. „Für einen Weltrekord muss einfach alles perfekt sein.“
Doch seinen Optimismus verlor das Lächeln Afrikas nicht: „Innerhalb eines Jahres werde ich den Weltrekord holen“, betonte Haile. Nach Amsterdam 2005 ist der 33-Jährige damit zum zweiten Mal am Wind gescheitert. Die recht hohen Temperaturen, die von 16 °C zur Startzeit 9.00 Uhr auf 22,5° um 11.10 Uhr anstiegen, ließ er dagegen nicht als Entschuldigung gelten: „Ich laufe gern bei warmem Wetter.“ Auf der Pressekonferenz sorgte Haile mit seinen Zukunftsplänen für Aufsehen: „Ich kenne meinen Körper. Wenn ich lange pausiere, ist es sehr schwierig für mich wieder in Fahrt zu kommen. Deshalb überlege ich, meinen nächsten Marathon in Fukuoka zu laufen.“ Dieses japanische Rennen wird bereits in wenigen Wochen am 3. Dezember ausgetragen.
Verglichen mit den Vorjahren war die Leistungsdichte hinter dem Sieger erschreckend gering. Nur drei Läufer blieben unter 2:15, gerade mal 13 unter 2:20. Natürlich machte sich hier bemerkbar, dass durch die Verpflichtung des Superstars Gebrselassie viel Geld gebunden wurde. Aber auch die schwierigen Bedingungen mit Wärme und Wind hatten ihren Anteil an der schwachen Leistungsbilanz.
Für einen äthiopischen Doppelsieg sorgte Grete Wami, die 10.000-m-Weltmeisterin des Jahres 1999. Wie Haile lief sie eine deutlich langsamere zweite Hälfte und gewann dennoch überlegen in 2:21:34. Beim Versuch, das Ziel unter 2:20 zu erreichen, hatte Wami all ihre Kräfte mobilisiert, musste sich hinter dem Ziel übergeben und wurde später sogar zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht.

Hitze bremste das Feld
Beste Deutsche war eine auf der Zielgeraden überschwänglich jubelnde Melanie Kraus, die als Sechste in 2:35:37 h die Zeitnahme-Matten erreichte. Sonja Oberem, ihre Vereins- und gelegentliche Trainingskameradin aus Leverkusen, war im Vorfeld noch deutlich höher eingeschätzt worden. Die Läuferin, die nach ihrer Babypause überraschend zum Wettkampfsport zurückgefunden hat, trat bei km 10 in eine Straßenbahnschiene und musste verletzt aufgeben. Allerdings wirkte sie bereits bei km 6 schwerfällig und verkrampft.
Bei den Männern fehlte die deutsche Spitze – Elias Sansar (TuS Eintracht Bielefeld/Detmold) lief in 2:30:40 als bester einheimischer Athlet auf Platz 30 ein.
Zirka eine Million Zuschauer feuerten nach Angaben des Veranstalters die 31.442 gestarteten Läuferinnen und Läufer aus 105 Ländern unterwegs engagiert an. Sie konnten dabei das spätsommerliche Ausnahmewetter mit Sonnenschein genießen, während die Läufer auf den 42,195 Kilometern durch die deutsche Hauptstadt darunter litten. So blieben 2006 nur 817 Marathonis unter drei und 11.613 unter vier Stunden, während diese Zahlen im Vorjahr bei 30.382 Zieleinläufen noch 1.054 bzw. 13.114 lauteten. Dass die Wärme ihren Tribut nicht nur von den Breitensportlern forderte, zeigt das Beispiel von Abel Kirui. Der erledigte zunächst seinen Job als Tempomacher für die zweite Läufergruppe. Doch dann entschloss er sich, ...


Stimmen von Teilnehmern
Johannes Drage (M45), Lieboch (Österreich):
„Das wird zwar meine schlechteste Zeit, aber egal, es ist trotzdem super.”

Frank Siesenop (M35), Gilserberg:
„Scheiße, viel zu warm.”

Wolfgang Salomon (M50), Amönau:
„Das war mein erster Marathon, der richtig Spaß gemacht hat. Aber ich habe auch angesichts der Hitze meine Erwartungen zurückgeschraubt, bin nicht zu schnell angelaufen und trotzdem wurde es eine gute Zeit.”

Helga Bellinghausen (W55), Mürwik (Dänemark):
„Es ist wunderschön, oberaffengeil!”

Maya Blaser (W50), Schweiz:
Super Stimmung! Ich werde wiederkommen! Auch die Strecke ist klasse, vor allem abwechslungsreich.