Gehirnforschung
Wirkung des Laufens auf die grauen Zellen
Eine Studie an der Uni Ulm ergibt denkfördernde Wirkung des regelmäßigen Laufens. Wissenschaftler weltweit belegen den Nutzen sportlicher Bewegung für Gesunderhaltung des Gehirns.
Wem ist beim Laufen nicht schon dies und das eingefallen. Manch einer braucht die Bewegung an der frischen Luft geradezu als Auslöser für einen Kreativitätsschub. Andere meinen, gerade beim Laufen gelänge es ihnen, einfach einmal an nichts zu denken, das bringe die nötige Entspannung für die grauen Zellen, die danach um so mehr in Form zu kommen scheinen. Was viele aus eigener Erfahrung spüren, ist schwer wissenschaftlich exakt nachzuweisen. Dazu bedarf es großen Aufwandes. Um beispielsweise die gehirnfördernde Wirkung regelmäßigen Laufens nachzuweisen, müssen aktive gegen inaktive Probanden verglichen werden. Und wie kann man Hirnleistung exakt messen? Der eine kann gut rechnen, die oder der andere ist ein Sprachgenie. Einer kann sich besser Zahlen merken, ein anderer ist der visuelle Typ ... Dennoch hat jüngst eine Studie am Universitätsklinikum Ulm in Zusammenarbeit mit dem Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) unter der Leitung von Dr. Ralf K. Reinhardt sich diesem Thema gewidmet. Erste Ergebnisse liegen vor. Zu den Ergebnissen der Studie "Laufen macht schlau?": Das Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) macht neurowissenschaftliche Forschungsergebnisse für die Praxis von Lehren und Lernen nutzbar. Mit einem interdisziplinären Team, bestehend aus Psychologen, Medizinern, Pädagogen und Schul-Praktikern werden dort neueste Erkenntnisse der Gehirnforschung in die Praxis umgesetzt. Ein Teil dieser Aufgaben ist auch der jüngsten Studie "Laufen macht schlau?" zuzuordnen. Diese wurde mit der Hilfe von 29 Probanden (22 Schülerinnen, 7 Schüler zwischen 18-20 Jahre) der Schule für Medizinisch-technische Laboratoriumsassistenz realisiert. Die Probanden gliederten sich in zwei Gruppen (A, B). Dabei wurde auf Vergleichbarkeit der Gruppen hinsichtlich Geschlecht und Fitnessgrad der Mitglieder geachtet. Die Studie dauerte zweimal sechs Wochen - beide Studienabschnitte waren durch die Sommerferien getrennt. In den ersten sechs Wochen absolvierte Gruppe A dreimal wöchentlich je 30 Minuten Lauftraining, während Gruppe B nicht lief. Nach den Sommerferien wurde gewechselt, d. h. nun lief Gruppe B, während Gruppe A inaktiv blieb. Der Wechsel der Gruppen sollte sicherstellen, dass gemessene Effekte nicht z. B. durch Umweltfaktoren hervorgerufen, sondern nachweislich rein durch das Laufen verursacht wurden. Gewertet wurden nur Effekte, die sich bei der jeweiligen "Läufer-Gruppe" einstellten, nicht aber bei der "Nicht-Läufer-Gruppe". Während beider Studienabschnitte wurden an beiden Gruppen jeweils die gleichen wissenschaftlichen Untersuchungen vorgenommen.






