Gewichtsschwankungen
Die sündigen Tage
Dass unser Gewicht im Jahreszyklus natürlicherweise schwankt und vor Beginn des "harten Winters" ein Maximum erreicht, ist eigentlich ein Naturgesetz. Dank elektronischer Waagen, Impedanzwaagen und sonstiger Gerätschaft versuchen die meisten Menschen jedoch, ihr Gewicht im Jahresverlauf konstant zu halten.
Zahlreiche andere Spezies "bunkern" dagegen im Herbst und frühen Winter noch einmal ordentlich Kalorien, um dank eines beruhigenden Speck- , Wärme- und Energiepolsters die kalte Jahreszeit gut zu überstehen. Beneidenswert aus menschlicher Sicht sind dabei Igel, Bär und Co, die sich sattgegessen einfach auf die faule Haut legen und Monate später erschlankt und erfrischt aus ihrem Winterschlaf erwachen. Dem modernen Menschen bleibt diese Lebensführung nicht vergönnt. Eigentlich gut so, denn welcher Läufer kann und will schon monatelang aufs Laufen verzichten?! Trotzdem sieht manch Läufer der Adventszeit etwas skeptisch entgegen, gehen Laufpensum und Körpergewicht in dieser Zeit doch oftmals eine gegensätzliche Beziehung ein...Schuld daran sind zum einen die kurzen, trüben und kalten Tage, zum anderen aber auch zahlreiche weihnachtliche Schmankerl, denen der "moderne" Mensch bereits ab Oktober ausgesetzt ist. Während sich früher das Weihnachtsessen auf eben diese Tage - 1. und 2. Weihnachtsfeiertag - beschränkt hatte und eine willkommene Abwechslung zu sonst eher kargen Wintermahlzeiten darstellte, beginnen Weihnachtsfeiern heute oft schon Wochen vor den Festtagen. Wer jedoch aus einem grundsätzlich guten, manchmal vielleicht sogar zu üppigem Ernährungszustand an mehreren "Weihnachtsfesten" - Betriebsfest, Abteilungsfest, Weihnachtsrunde im Sportverein, Adventsfeste in der Nachbarschaft, dem Kegelverein, im Kindergarten oder der Schule der Kinder usw. teilnimmt, muss mit einer unliebsamen Gewichtsveränderung rechnen. Bevor dann das eigentliche Weihnachtsfest in der Familie samt Gänsebraten, Klößen und Stollen an der Reihe ist, hat man sich vom sommerlichen "Renngewicht" schon ein Stück entfernt.
Sportlerkost als Alternative
Ein modernes Naturgesetz? Nicht wenn man die Regeln der sportgerechten Ernährung auch in der Adventszeit einhält. Das heißt nicht, dass Sie sich bei sämtlichen o. g. weihnachtlichen Feierlichkeiten mit Verweis auf Ihren Frühjahrsmarathon am Salatblatt und Mineralwasser festhalten müssen. Aber Sie können bei jeder Veranstaltung dafür sorgen, dass neben Printen, Lebkuchen, Stollen und Glühwein auch noch weihnachtliche Sportlerkost auf den Tisch kommt. Bringen Sie beispielsweise einen Obstsalat aus Orangen, Clementinen, Melone, Banane, Birne, Korinthen und Nüssen mit. Auch Bratäpfel mit Zimt-Quarkfüllung sind sicher in jeglicher Hinsicht ein echter "Renner" und obendrein gesund. Auch Glühwein, der aufgrund der aus ernährungsphysiologischer Sicht sehr unvorteilhaften Kombination von Zucker und Alkohol wahres Hüftgold darstellt, lässt sich durch geschmackliche Alternativen ersetzen. Heißer Traubensaft mit Nelken und einem Schuss Orangensaft enthält zwar ähnlich viel Zucker, ist aber wenigstens alkoholfrei. Uneingeschränkt empfehlenswert sind auch sogenannte "Chai"- Getränke (auch als Gewürz- oder Yogitee bekannt). Hierbei handelt es sich um Schwarzteegetränke, die mit Milch aufgekocht und zahlreichen Gewürzen, zumeist Kardamom, Zimt, Ingwer und Nelken gewürzt werden. Besonderer Tipp für die kalte Jahreszeit: Chai Latte, der ähnlich wie Cafe Latte mit aufgeschäumter Milch serviert wird. Wenn man auf diese Weise die Vorweihnachtszeit bereits kalorisch entschärft hat, kann man sich auch guten Gewissens und voller Vorfreude über das traditionelle Weihnachtsessen im Rahmen der Familie hermachen. Wenn Sie jedoch beim Silvesterlauf die Kollegen vom Lauftreff ausstechen wollen, sollten Sie vielleicht bei den Soßen und der Gans etwas zurückhaltender sein. Wer beim Rot- oder Grünkohl zulangt, anstelle der Klöße lieber Salzkartoffeln wählt und bei Pute, Gans oder Ente das magere Bruststück (ohne Haut) ergattern kann, hat gute Karten auch beim Neujahrslauf in Topform aufzutrumpfen.
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Quelle: Journal LAUFZEIT 12/2007.
Text: Anja Carlssohn.
Foto: Claudia Hautumm/PIXELIO (www.pixelio.de)
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