Einfach Himmlisch
GPS für Läufer
Gewiss, ein erfahrener Läufer hat Laufgeschwindigkeit und Streckenlänge auch im fremden Gelände im Gefühl. Die Standardrunde daheim hat ohnehin schon jemand mit dem Fahrrad vermessen. Und doch bleibt es verlockend, es ganz genau erfahren bzw. vorher planen zu können.
Der Entwicklungsstand der Mikroelektronik in unseren Tagen macht es möglich, dass die dazu nötige Technik nur noch wenige Gramm wiegt und beim Training oder auch im Wettkampf mitgeführt werden kann. "Ich will nur laufen, ich brauche das alles nicht", ist aus manchem Munde zu hören. Doch mit dem technischen Fortschritt ist es so eine Sache: Man kann sich dagegen sperren und am Ende hält er doch Einzug in den Alltag. "Hast Du kein Navi?" So wird als Autofahrer sogleich gefragt, wer sich heute noch lange nach der unbekannten Fahrtroute erkundigt. Die satellitengestützte Positionsbestimmung auf unserer Erde hat sich - mal abgesehen von den Ärmsten in den Ländern der dritten Welt - vom geheimen Privileg des Militärs zum Allgemeingut der Menschen im Alltag entwickelt. Metergenaue Entfernungs- und Höhenbestimmung, Angaben zur Eigengeschwindigkeit und über Himmelsrichtung der Bewegung können mobil mit nur Millisekunden Verzögerung empfangen werden.Inzwischen bieten die Hersteller für verschiedene Sportarten angepasste Geräte an. Auch für Läufer werden immer bessere und multifunktionale Systeme angeboten. Momentan schwören die einen auf die Sensortechnik (am Fuß oder im Schuh), um Himmels unabhängig mittels Trägheitsnavigation Streckenlängen und Geschwindigkeiten zu messen und aufzuzeichnen. Doch GPS-gestützt lassen sich eben sehr viel mehr Werte bestimmen und zudem noch in eine virtuelle Landkarte einbringen.
Die frei verfügbare Software Google Earth, die via Internet nahezu jede Region der Erde mittels digitaler Satellitenfotos mit wenigen Metern Auflösung als virtuelle Landkarten zur Verfügung stellt, kann inzwischen mit den Geräten die Daten austauschen. Was ich gelaufen bin, kann ich später vom "Läufer-Navi" in die Landschaft projizieren. Umgekehrt lässt sich eine vorher auf der Karte geplante Route aufs Gerät laden, das mir dann den geplanten Weg weist. Wer noch mehr will, kann dazu noch mit der bekannten Pulsuhr-Funktion eins drauf setzten und später sehen, auf welcher Wegstrecke er mit welchem Puls unterwegs war. Einen Nachteil haben alle GPS-gestützten Geräte, ist der Empfang der Satellitensignale zu schwach durch verdecktes Gelände, etwa im dichten Wald, oder ist ganz unterbrochen (unter Brücken, im Tunnel) nutzen die ganzen "himmlischen" Signale nichts. Bis zur nächsten Signalaufnahme wird der inzwischen zurückgelegte Weg als gerade Linie einberechnet. Eine per Satellitennavigation aufgezeichnete Wegstrecke wird daher stets etwas kürzer sein als die wahre zurückgelegte Strecke. Ein Plus fürs Training - man kann sich damit also kaum Kilometer "in die Tasche lügen".
Inzwischen sind die GPS-Empfänger empfindlicher und bezüglich der Signalverwertung zuverlässiger geworden, dennoch bleibt der genannte kleine Nachteil. Demgegenüber kann dennoch kein Sensor mit der Genauigkeit der GPS-Geräte (vorausgesetzt sie empfangen ihre Himmelssignale) mithalten. Auf den nachfolgenden Seiten werden neueste Modelle (bzw. Software) vorgestellt.
Doch technische Entwicklung kennt bekanntlich kein Ende. Denkbar wäre eine Kombination von Sensor und GPS-Technik, wo der Sensor am Körper immer dann zur Messung hinzugezogen wird, wenn der Himmel mal verdeckt ist. In der Luftfahrt wird Ähnliches, die Kooperation von satteliten- und bodengestützten Daten, bereits für GPS-Landeverfahren erprobt. Dabei kommt es zu erstaunlichen Genauigkeiten bis in den Zentimeterbereich. Ebenfalls in Erprobung ist die Weitergabe der empfangenen GPS-Informationen an Dritte mittels der Mobilfunknetze. Ein GPS-Empfänger an sich kann ja nur Signale empfangen; diese weiterzugeben, um beispielsweise anderen die eigene Position anzuzeigen, ist eine andere Geschichte. Auch wenn das in modernen Krimis als ganz einfach gezeigt wird, erfordert dies erheblichen zusätzlichen technischen Aufwand. So oder so, eines scheint sicher: Es kommt der Tag, wo wir die Position von Läuferin X oder Läufer Y auf der virtuellen Karte angezeigt bekommen. Die Nutzer und Freunde der Läuferelektronik können also hoffen ...
In der Marktübersicht werden mit ausführlichen technischen Daten vorgestellt:
- Garmin Forerunner 405
- Polar RS800CX
- Suunto T4c
- MagicMaps Tour Explorer
- Wintec WBT-201
- Magellan Triton 300 mit ADAC TourGuide
(Den gesamten Artikel finden Sie in LAUFZEIT 2/2009. Am einfachsten im Online-Abo - Zeitung lesen ohne Papier, erhältlich hier bei davengo.)
Text: Wolfgang Weising
Foto: Garmin
- Laufschuh: Laufschuhkollektion Frühjahr und Sommer
- Equalon: Womans Air Equalon
- Pegasus: Air Pegasus für Normalfußläufer
- Equipment: Laufschuh für Frauen
- Trailschuhe: Trockenen Fußes durchs Gelände






